Khaled Hosseini „Tausend strahlende Sonnen“

Dieser Titel stammt aus einem Gedicht des persischen Dichters Saeb–e–Tabrizi (17. Jhdt), das die
wiederkehrenden Sonnen- (und Mond-) Aufgänge über den Dächern einer Stadt durch ihre endlose
Abzählbarkeit poetisiert.
Hosseini schildert am Schicksal zweier Frauen von aufeinander folgenden Generationen – das Motiv der
wiederkehrenden Ereignisse wird hier aufgegriffen – die grausame Realität in Afghanistan seit der
sowjetischen Besetzung 1978. Die Frauen erleben die Gräuel des Krieges, der Bürgerkriege, der
Talibanherrschaft und der Verjagung dieser Herrschaft durch die US-Allianz. Sie erleben aber auch die
Gräuel des bornierten islamischen Patriarchats, mit Mord und Totschlag in der eigenen Familie.
Der Roman schildert all diese Gräuel sehr realistisch und glaubwürdig, man erlebt sie fast mit. Und die
Geschichte hätte auch dort aufhören sollen, als Mariam, die ältere der beiden Frauen, nachdem sie den
gewalttätigen Mann erschlagen hatte, hingerichtet wurde.
Aber der Autor gibt der Geschichte ein „happy end“. Vielleicht gewinnt er dadurch Leser, aber er gibt
dem Roman ein süßliches Ende.
Schade, dadurch verhunzt er seinen Plot.

Vom gleichen Autor ist auch das ebenfalls in Afghanistan handelnde Buch „Drachenläufer“ bekannt.
„Tausend strahlende Sonnen“, Bloomsbury Verlag, Berlin 2007, ISBN 9783827006714, 384 Seiten,
gebunden 22,- €

als Taschenbuch 10,99 €

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *